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...und der Terror geht weiter

...und der Terror geht weiter!
Die Achse des Bösen ist in der Gesellschaft installiert. In Zeiten, in denen Bin Laden auf der youtube-Plattform Videobotschaften übermittelt, glauben Unschuldslämmer, das sei der gerappte Versuch, arabische Wortakrobaten ins Morgenland zu integrieren und ein unbegrenztes Visum zu ermöglichen. Die Vorstellung, ihn auf dem roten Teppich der MTV-Preisverleihung zu empfangen, scheitert an der Bombenstimmung bei schlechtem Wetter und der geplatzten Kofferübergabe am Flughafen. Zündstoff liefert da die kleine Randnotiz im Lokalteil der örtlichen Zeitung, die davon berichtet, wie schlecht Bin Laden immer angezogen ist und dass sein Friseur gefoltert gehört. Offen bleibt hingegen die Frage, ob sich Bin Laden nach dem WTC...sorry...WC-Besuch die Hände wäscht. "Ja, und zwar in Unschuld" weiß bestimmt nur die Klofrau, die aber nicht mehr verrät, weil der Mann aus dem Orient spendabel ist und ein paar Kamele versprochen hat.
Dass der Blick auf das Äußere immer oberflächlich ist, wird auch bei Roland Schill deutlich, der plötzlich aus dem langjährigen Karibik-Urlaub in die Schlagzeilen geritten kam und fast wie der verlorene Sohn wirkte, der voller Sehnsucht in die offene Hände des Staatsanwaltes fällt. Noch brauner als vorher schon gebrandmarkt wollte der "Richter Gnadenlos" einen Reisepass beantragen. Angeblich seien Sprachschwierigkeiten Grund genug gewesen, Heim ins Reich zu kommen. Nun wartet der Untersuchungsausschuss, der ihn als Zeuge laden will, um die Verantwortlichkeiten für Missstände im geschlossenen Heim für straffällige Jugendliche in der Hamburger Feuerbergstraße zu klären. In dem Heim sollen Minderjährige rechtswidrig mit Psychopharmaka behandelt und ihrer Freiheit beraubt worden sein. Der ehemalige Hamburger Innensenator und Mitbegründer der rechtspoulistischen SCHILL-Partei inszenierte seine Reden als Klaviatur des Protestes. Nicht besonders virtuos, eher hanseatisch unterkühlt und manchmal etwas abstrus. So behauptete er, "im fernen Kurdistan" würden Videos mit Bildern aus deutschen Gefängnissen gezeigt, um damit potentielle Dealer für Deutschland anzuwerben. Vielleicht sind es jetzt die Dealer, die ihm eine Freikarte aus dem Gefängnis verschaffen oder ihm gleich den Weg frei bomben, damit er auch ohne Reisepass in ein Land frei Wahl einreisen kann.
Reisen unternimmt auch Eva Hermann. Die graziöse Erscheinung der nationalen Front deutscher und werdender Mütter verstrickt sich in Äußerungen, die so nicht gemeint sind, falsch wiedergegeben oder gar nicht gesagt wurden. Sie würde lieber ihre Bücher für sich sprechen lassen. Nun sind es ja keine Hörbücher geworden, aber sollen immer als Grundlage für ein Gespräch mit ihr dienen. Die Zeiten der Bücherverbrennung ist zum Glück vorbei, aber wann soll die demanzipierte Frau denn die Schundliteratur lesen? Kochen, putzen, Windel wechseln, Mann umsorgen...da bleibt doch keine Zeit zum Lesen?!
„Mit den 68ern wurde damals praktisch alles das alles, was wir an Werten hatten, es war ‘ne grausame Zeit. Das war ein völlig durchgeknallter hochgefährlicher Politiker, der das deutsche Volk ins Verderben geführt hat. Das wissen wir alle. Aber es ist damals eben auch das, was gut war – und das sind Werte, das sind Kinder, das sind Mütter, das sind Familien, das ist Zusammenhalt – das wurde abgeschafft ...“ Häh, wie konfus ist das denn? Mensch, Eva, rolle über Hitler's Autobahn und überlass das Reden denjenigen, die auch meinen, was sie sagen. Politiker zum Beispiel. Oder die ROTE ARMEE FRAKTION, die in diesem Jahr durch die Medien geistert und verkommerziellisiert wird. Eva, da kannst du dir noch mal Prinzipien abgucken und lernen, wann es Sinn macht, den Mund zu halten, bevor du ihn verbrennst.
Nichts anbrennen lässt Christian Klar, der im Hafturlaub bei KERNER kocht und mit einem Grünkohl-Rezept nach Ensslin-Art überrascht, woraufhin sein Gericht zum Weltkulturerbe gekürt und Klar von Präsident Köhler begnadigt wird. Es folgen die "R.A.F."-Wochen "Los Terros" bei Mc Donalds, inklusive Stickeralbum von GenossInnen aus der 77er-Hoch-Zeit zum Sammeln in der Juniortüte. Altbundeskanzler Helmut Schmidt stört die Welle der Renaissance mit Blick auf die Opfer, während über Mc Donalds ein Klagewelle hereinbricht, weil sich KundInnen den Magen verdorben haben. Christian Klar wird daraufhin aus der Unschuldsvermutung gehebelt und von Schäuble persönlich zurück in die Zelle begleitet, wo er mit Roland Schill zusammen gelegt wird und beide überlegen, wie sie Eva Hermann für ihre Bewegung "deutsche Hausmannskost statt Einheitsbrei" für sich gewinnen können. Das Symbol "Kochlöffel" und "Schürze" als Parteiwappen und Eva Hermann als künftige Frauenministerin, die in ihrer Eröffnungsrede fabuliert "dass wir den Verfall der deutschen familie nur auhalten können, wenn wieder mehr gemeinsam egkocht und gegessen wird. Mc Donalds und Fastfoodessen führt doch neben Blähungen im Enddarm-Bereich zu einer Entsozialisierung, ähnlich wie die 68er-Generation, wo ...das war schlecht, wegen der Pille und der Emanziaption, die den Mann von der Frau doch weggeführt hat. Wir Frauen müssen doch tiefes Glück empfinden, wenn unsere Männer im Stadion sind, da bleibt Zeit für gemütliche Heimatabende, um über die Windelpreise zu diskutieren. Wir sollten auch den Muttertag zum Nationalfeiertag erküren, weil wir dankbarer sein sollten, über das, was wir leisten: Birne Helene mit gekochter Birne und Schlagsahne!"
Und am Ende macht uns die SUPER NANNY einen Strich durch die Rechnung, weil besorgte Kinder anrufen und ihre Mütter für einen Alien halten. Und der Terror geht weiter!!!

21.10.07 14:05, kommentieren